Der Imkerverein Havixbeck und Umgebung e. V. versorgt seine Mitglieder laufend mit guten Reinzucht Königinnen.
Damit die Züchter des Vereins Ihre eigenen jungen Königinnen kontrolliert anpaaren können hat der Verein ein eigenes Besamungsgerät angeschafft.
Der Hersteller des Besamungsgerätes Herr Dr. Peter Schley hat in mehrtägigen Kursen im Lehrbienenstand Gerdes die Bedienung der Gerätschaften und alles was zur instrumentellen Besamung der Königinnen von Bedeutung ist an die Teilnehmer vermittelt.
Es werden ausschließlich gute Buckfast – Herkünfte vermehrt und kontrolliert angepaart.
Warum haben wir uns für die „Buckfast“ Bienenrasse entschieden und nicht für die „Carnica“, die seit der Mitte des vorigen Jahrhundert hier fast flächendeckend eingeführt wurde?
Die Carnica war ursprünglich in Kärnten beheimatet und wird seit ihrer Einführung nur in Reinzucht innerhalb ihrer Rasse vermehrt. ( Ein Übrigbleibsel unserer “braunen“ Vergangenheit?)
Die Buckfast Biene wurde ursprünglich von dem Deutschen Ordensbruder Adam Kehrle im Kloster Buckfast nach den theoretischen Ausführungen von Prof. Armbruster durch Kreuzen verschiedener Bienenrassen gezüchtet.
Bruder Adam war fest davon überzeugt, dass die ausschließliche Reinzucht der Honigbiene,
wie in der Carnicazucht betrieben, zwangsläufig zu Inzuchtproblemen und einer „genetischen Erosion“ innerhalb dieser Rasse führen müsse.
Die Buckfastbiene ist eine friedliche, schwarmträge Bienenrasse, die bei Verwendung moderner Wirtschaftsweisen (Magazin-Beute mit großem Waben-Maß) überdurchschnittliche Erträge bringt.
Ihre besonderen Vorteile gegenüber der Carnica sind ein schneller Aufbau starker Völker und der leicht zu beherrschende Schwarmtrieb. Dadurch ergeben sich über die ganze Saison hinweg schlagkräftige Völker die einen guten Honigertrag bringen.
Bei angepasster Betriebsweise unter Verwendung entsprechender Beuten lässt sich die Buckfast gegenüber anderen Rassen schneller und einfacher bearbeiten.
Glücklicherweise tritt bei der heute zwangsweise auftretenden Verkreuzung beider Rassen keine übermäßige Neigung zur Stechlust auf, wie sie z.B. in den 1960er Jahren bei der Umstellung der sogenannten Landrasse (weitgehend noch A. m. mellifera) auf die Carnica zu beobachten war. In der Praxis kann die Vermischung dazu führen, dass Bienenvölker mit standbegatteten Buckfast-Königinnen von den Carnica-Drohnen wieder den (sonst unterdrückten) Schwarmtrieb und umgekehrt Carnica-Völker ein geändertes (stärkeres) Brutverhalten erben.
Nach dem Tode Bruder Adams arbeiten weltweit namhafte Züchter auf privatwirtschaftlicher Basis an der Erhaltung und an der Weiterentwicklung dieser Zuchtrasse.
Um weiterhin gute Zuchtköniginnen zu erhalten arbeiten wir eng mit den Züchtern aus der „Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker“ zusammen. Neben der instrumentellen Besamung nutzen wir dabei für die kontrollierte Begattung auch die Buckfast (Insel) Belegstellen.
In der Bienenzucht ist es halt wie bei der Hundezucht: Bastarde können durchaus gute und liebenwerte Eigenschaften zeigen, Zucht wird jedoch nicht auf der Sraße gemacht.
So bringen standbegattete F1Königinnen durchweg gute Wirtschaftsvölker. Bienenzucht im eigentlichen Sinne kann jedoch nur unter kontrollierten Bedingungen zum Erfolg führen.
Leider gelingt diese Kontrolle nicht immer.
So zeigen Königinnen von Carnicazüchtern bereits typische Farbzeichen der Buckfast.
Auch in anderen Eigenschaften nähern sich die Eigenheiten beider Rassen immer mehr an.
Aus all diesen Gründen haben wir uns mehrheitlich direkt für die Buckfast entschieden.